All Equal – aber wie?

Nov 5, 2022Neues aus der (Fach)Welt0 Kommentare

Um wirkungsvolle Anti-Diskriminierungsarbeit für und mit junge(n) Menschen ging es beim internationalen Fachkräfteaustausch Anfang Oktober in Salzburg. Die VielfaltsAgentin durfte als Begleiterin und Impulsgeberin dabei sein. Mit verschiedensten Methoden setzten sich die Teilnehmer:innen aus Liechtenstein, Südtirol, Belgien und Österreich speziell mit den Themen Gender und Rassismus auseinander, stellten erfolgreiche Aktivitäten vor und tauschten Ideen aus. Die Ergebnisse wurden Vertreterinnen der Salzburger Politik und Menschenrechts-Community am 7. Oktober 2022 vorgestellt. Aus dem Projekt entstand eine gemeinsame Kampagne und der Plan für weitere Kooperationen.

Keine Integration ohne Anti-Diskriminierung!

So lautete ein Fazit der Fachleute. Doch wie sieht ehrliche Anti-Diskriminierungsarbeit auf Augenhöhe aus? Diese Frage wurde heiß diskutiert – und auch die Rolle der Jugendarbeiter:innen darin auf den Prüfstand gestellt. Denn wie können sie – sehr oft aus einer privilegierten Position heraus -.echte Verbündete im Kampf gegen Rassismus & Co sein? Folgende Grundregeln haben die Teilnehmer:innen erarbeitet:

  • Zuhören und in Kontakt sein!

Das Wichtigste ist: zuhören, zuhören, zuhören – und mit den betroffenen Menschen in Kontakt sein. Ihre Erfahrungen ernst nehmen und ihre Sichtweise anerkennen.

  • Partnerschaft statt Feigenblatt

Aktivitäten müssen gemeinsam von, durch und mit Betroffenen entwickelt und umgesetzt werden. Sie wissen selber am besten, was sie brauchen und wo der Schuh drückt.

  • Intersektional denken!

Themen wie Rassismus, Sexismus und Queer-Feindlichkeit können nicht unabhängig voneinander gedacht werden, da viele Menschen mehrfach betroffen sind. Das soll immer im Hinterkopf sein!

Die Frage der Macht

Anti-Diskriminierung wird dann wirkungsvoll, wenn die Mehrheitsgesellschaft Macht und Ressourcen teilt und abgibt. Das ist der Unterschied zwischen Empowerment und Power Sharing, und beides muss passieren. Indem einerseits Betroffene dabei unterstützt werden die Skills, Möglichkeiten und das Know-How zu entwickeln, um ihre Anliegen selbst zu vertreten. Doch auch das Power Sharing kann auf viele Arten passieren, zum Beispiel im Zur-Verfügung-Stellen von Räumen, Geld, Zeit und Sichtbarkeit – ohne inhaltliche Vorgaben und Bedingungen für Resultate. Und vor allem ohne Misstrauen bzw. in einer guten Kommunikation über Richtlinien, Ziele und Erwartungen! Oder im Abgeben von Entscheidungsmacht und Verantwortung. Auch strukturell können die Einrichtungen beitragen, indem sie ihre Teams diverser aufstellen, Offenheit für Quereinsteiger:innen zeigen und Beteiligungsmöglichkeiten neu denken.

Einblicke und Ausblicke

Was sich bei den Teilnehmer:innen verändert hat, welche neuen Sichtweisen sie bekommen haben und wie sie diese in ihre Arbeit zukünftig integrieren wollen, zeigen die Statements der einzelnen Personen. Diese werden aktuell in Social-Media Kampagnen der teilnehmenden Organisationen gestreut. Aber es gibt auch schon Pläne für weitere Kooperationen und ein Folgeprojekt – denn zu tun gibt es in dieser Hinsicht genug!

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