Zum Muttertag: Mut zum Rollentausch!

Mai 7, 2022Bücher und Kunst0 Kommentare

Was Mütter nötiger brauchen als Gedichte, Torten und Blumen zum Muttertag? Partner, die Mut zum Rollentausch zeigen! Verena Florian hat in ihrem Buch Familienmodelle unter die Lupe genommen, die eine berufliche Karriere von Müttern möglich machen. Das gelingt dann, wenn Kinder- und Haushaltsarbeit partnerschaftlich aufgeteilt wird – und wenn auch Männer Väterkarenz in Anspruch nehmen.

Role Models und Ermöglicher:innen

Fünfzig Interviews hat die Autorin geführt – mit Müttern in Top-Positionen und Vätern, die in Karenz gegangen sind. Sie alle sind Pionier:innen – und haben mit dem Unverständnis und den Rollenerwartungen umzugehen, die von der Gesellschaft an sie herangetragen werden. Aus den Gesprächen haben sich die verschiedensten Blickwinkel auf das Thema ergeben – und natürlich können die Fakten wie Gender Pay Gap und weibliche Altersarmut nicht unerwähnt bleiben. Im Zentrum stehen jedoch die individuellen Lebensentwürfe, Motivationen, Wünsche und Ambitionen der interviewten Personen. Anhand der vielen Zitate erkennt man rasch: Die Beseitigung der Ungleichheit zwischen Frau und Mann kann nur gemeinsam gelingen – und alle profitieren davon gleichermaßen. Je mehr Menschen sich trauen, unkonventionelle Wege zu gehen, desto mehr werden diese auch zu Ermöglicher:innen für die anderen. Dies wird dann besonders anschaulich, wenn Frauen in Führungspositionen erzählen, wie sehr sie ihre Mitarbeiter:innen im Karriere- und Karenzmanagement unterstützen und die Väter im Unternehmen ermutigen, Papamonat oder Väterkarenz zu nehmen. Weiters wird klar: Es gibt viele Wege, wie Leben und Arbeiten abseits von Rollenklischees möglich ist.

Tipps und Anregungen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Aus ihrer Coachingpraxis kann Verena Florian auch wertvolle Tipps geben, die sie am Ende des Buches übersichtlich zusammengefasst hat. Das beginnt bei organisatorischen Fragen für werdende und junge Familien, führt über Anregungen zur Stärkung des Selbst- und Marktwertes bis hin zu Empfehlungen zum Netzwerken und zur Selbstfürsorge. Auf den letzten Seiten gibt sie unter dem Titel „Der Weg nach oben“ außerdem eine Handlungsanleitung für Frauen, die in Wirtschaft und Politik an die Gestaltungsmacht kommen wollen.

Auch wenn die vielen Zitate manchmal etwas redundant wirken: Alles in allem macht dieses Buch Mut und zeigt die wichtigsten Stellschrauben auf, an denen wir für eine nachhaltige gesellschaftliche Veränderung drehen können. Und es schließt die Erfahrungswelten von Männern mit ein, was in vielen anderen Publikationen nicht der Fall ist. Und wenn’s schon zu spät für den Muttertag ist, einfach als Geschenk für den Vatertag kaufen 🙂

Was sagst du dazu? 

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Inclusive Leadership à la Mandela

Inclusive Leadership à la Mandela

Die südafrikanische Lebensphilosophie Ubuntu und Nelson Mandelas Führungsprinzip bieten aus meiner Sicht viele Inspirationen für "inclusive Leadership", wie es im...

mehr lesen
Wert, werter, am Allerwertesten

Wert, werter, am Allerwertesten

Schon wieder flammt die Diskussion über die Staatsbürgerschaft auf. Von einer "Entwertung" spricht die ÖVP, wenn man den Zugang dazu erleichtern würde. Ich habe ja bereits in...

mehr lesen
Lehrbücher: Aua, Klischees!

Lehrbücher: Aua, Klischees!

Unlängst habe ich mit Trainer:innen des BFI Kärnten ihre Lehrmaterialien auf Stereotypen und Klischees untersucht. Dass diese im Schulbereich immer wieder auftauchen, habe ich ja...

mehr lesen