Heute entdeckt: Catcalls of Salzburg!

Nov 24, 2020Neues aus der (Fach)Welt0 Kommentare

Traumhaftes Wetter, Mittags-Spaziergang mit dem Hund. Ich gehe den Kapuzinerberg hinauf. Und schon beim Aufgang fällt mir die erste Botschaft ins Auge:

Jeden Tag wird eine Tran*person ermordet
Quelle: Eigenes Foto vom 24.11.2020

Es sollen noch einige weitere folgen, alle mit dem Hashtag #catcallsofsalzburg und #ankreiden. Es geht um sexuelle Gewalt an Frauen und Transgender-Personen, um Femizide, um Belästigungen auf der Straße.

Was bedeutet Catcall?

Ich werde neugierig. Wieder daheim recherchiere ich gleich nach und sehe: Die Catcalls-Bewegung geht auf eine Aktion zurück, die Sophie Sandberg 2016 in New York gestartet hat. Sie wollte die vielen „Catcalls“, also anzüglichen Bemerkungen, sexuellen Andeutungen, obszönen Geräusche oder Gesten ankreiden, denen Frauen (aber auch LGBT-Personen) im öffentlichen Raum ausgesetzt sind. Und so begann sie, mit Kreidebotschaften auf dem Asphalt darauf hinzuweisen und diese auf Instagram unter dem Hashtag #stopstreetharassment zu teilen. Mehr über sie und ihre Mitstreiter:innen findet sich auch auf catcallsofnyc.com.

Kreide – ankreiden – chalkback!

Die Idee breitete sich aus wie ein Lauffeuer (was ja auch ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass es dieses Problem überall weltweit gibt) und fand international Nachahmer:innen, die alle den Hashtag #catcalls of + den jeweiligen Ort verwenden. Um die einzelnen Aktivitäten gesammelt darzustellen, sich zu vernetzen und somit noch mehr Schlagkraft zu entwickeln, gründete Sophie die Plattform chalkback.org. Dort sind die Catcalls von derzeit mehr als 300 Orten auf allen Kontinenten zu sehen – von Amsterdam bis Kapstadt, von New York bis Chennai. Und jetzt eben auch Salzburg.

Die Botschaften sind oft dort „angekreidet“, wo die Belästigung passiert ist. Die Aktion soll aber nicht nur wachrütteln, sondern auch betroffene Menschen animieren, ihre Erfahrungen mitzuteilen, damit auch ihre Erlebnisse in Form von Catcalls im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden können – ein Schneeballsystem sozusagen.

Ich find’s auf jeden Fall super, und habe wieder einen Anstoss bekommen, den „MeToo“-Artikel, der mir seit dem Weinstein-Skandal im Kopf herumschwebt, endlich zu schreiben.

Meldet eure Catcalls!

Und ihr – habt ihr auch schon Catcalls entdeckt? Wenn ja, wo? Oder habt ihr Input für weitere Catcalls? Dann schickt sie einfach über Instagram an die catcallsofsalzburg und sie kreiden sie für euch an! Ich hab ihnen meine zwei Salzburger Catcalls schon geschickt…!

Update, 29.11.2020: angekreidet!

Juhu, mein erster Catcall ist schon angekreidet! Danke catcalls of salzburg!

Ergänzung vom 30.11.2020: Und er ist auch schon wieder entfernt. War wohl keine passende Message vor der Auslage eines Juweliers…!

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