Oops he did it again – Kurz als Wiederholungstäter

Nov 5, 2020Kommentare2 Kommentare

Schon im März 2020 habe ich mich an der Lockdown-Diktion des Bundeskanzlers gestoßen. Beharrlich und kontinuierlich hat er sich immer wieder an die „Österreicherinnen und Österreicher“ gewandt. Das hat mich gleich einmal zu diesem Facebook-Posting inspiriert:

ausgrenzende Sprache des Kanzlers

Jetzt ist schon wieder was passiert. In Wien hat es einen Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund gegeben. Postwendend kündigt der Bundeskanzler in den Medien an, die Anti-Terror-Gesetze zu verschärfen um „die Österreicherinnen und Österreicher“ vor Terror zu schützen (O-Ton Kurz im ORF Morgenjournal).

Ich frage mich: Sollen nicht alle Menschen, die sich hier befinden, vor Terror geschützt werden? Oder hat Terror ein „Mascherl“ und geht nach der Staatsbürgerschaft?

Was sagst du dazu? 

2 Kommentare

  1. Mannu

    Hmmm, oder „man“ (was Herr Kurz meint, wage ich nicht zu wissen) meint mit Österreicher:innen alle in Österreich lebenden? Muss man die österreichische Staatsbürgerschaft haben um Österreicher zu sein? Ist das möglicherweise nur ein Dokument welches bestimmte Dinge reglementiert?

    Selber weiß ich nicht ob ich Tirolerin oder Salzburgerin bin – bitte ich wäre gern beides 😉

    Antworten
    • VielfaltsAgentin

      Liebe Mannu,
      mit deinem Wunsch „beides zu sein“ bist du absolut im Trend! Es ist nämlich längst bewiesen, dass jeder Mensch „plurale Identitäten“ hat – trotzdem erwartet man sich von Migrant:innen (und oft auch deren Nachfahren in der x-ten Generation, die das Herkunftsland möglicherweise nur vom Urlaub wenn überhaupt kennen), dass sie sich „für eines entscheiden“ oder dass sie sich „mehr als x oder y fühlen“ sollen. Bullshit!

      Und die wohlwollende Auslegung, dass alle Österreicher:innen sind, die in Österreich leben – das ist ein frommer Wunsch, der aber durchaus auch von vielen Expert:innen geteilt wird. Denn dieses „Dokument“ regelt genau das: Ob ich Österreicher/in bin oder nicht. Und damit gehen mehr Einschränkungen im Alltag und in der Mitbestimmung einher, als wir uns vorstellen können. Das weiß jede/r Politiker/in – also kann ich mir kaum vorstellen, dass diese Formulierung nicht bewusst gewählt ist… oder aus der völligen Gedankenlosigkeit eines privilegierten Staatsbürgers heraus (was mich wiederum an der Lebenswelt der VOLKSvertreter:innen zweifeln ließe…)

      Antworten

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