Bissig-Satirisches zum Equal Pay Day

Okt 25, 2021Kommentare0 Kommentare

Alle Jahre wieder… kommt der Tag, ab dem Frauen theoretisch bis Jahresende gratis arbeiten: Der Equal Pay Day. Und diesmal fällt er auf den 25. Oktober, um drei Tage später als letztes Jahr. Da war es der 22. Oktober. Geht es in dieser Geschwindigkeit weiter, dann dauert es noch 22 Jahre, bis Frauen und Männer gleich viel verdienen. Der ÖGB meint überhaupt, dass es bis 2054 dauert, bis sich die Einkommensschere schließt. Das werde ich in meiner Berufslaufbahn wohl nicht mehr erleben…

Da hilft nur Humor!

Die Argumente und Zahlen und Statistiken hören und lesen wir jedes Jahr, ein Dauerbrenner quasi. Und wenn es nicht so traurig wäre, müsste man darüber lachen. Wobei… Humor hilft ja tatsächlich in ausweglosen Situationen und ist in der Psychologie schon lange als Bewältigungsstrategie bekannt. So hat Rod A. Martin in der 80er Jahren die „Coping Humor Scale“ entwickelt um zu messen, wie Menschen Humor in schwierigen Situationen einsetzen. Deswegen möchte ich hier von ganzem Herzen und mit einem schallendem Lachen (das einem zugegebenermaßen hie und da im Hals steckenbleibt) den Ratgeber „Wie du erfolgreich wirst, ohne die Gefühle von Männern zu verletzen“ von Sarah Cooper empfehlen.

12 Kapitel – eines bissiger als das andere

Ist es Zufall, dass Sarah Cooper ihre „Karriere und Führungsbibel“ in zwölf Kapitel unterteilt  – so wie das zwölf Schritte Programm der Anonymen Alkoholiker am Weg zur Nüchternheit (Ernüchterung?I) oder das Zwölf-Stufen Programm zur Burnout-Prävention von Thomas Bergner? Wie dem auch sei, es wird kein Thema auf der holprigen Karriereleiter von Frauen ausgelassen: Von der Bewerbung über die richtige Kommunikation bis hin zum Führungsstil, dem Umgang mit sexueller Belästigung und das Ernten der Erfolgslorbeeren gibt die amerikanische Komikerin, Autorin und „Ex-Google und Yahoo“ Mitarbeiterin unverblümte und überzeichnete Verhaltens-Tipps für jegliche berufliche Situation. Und entlarvt gleichzeitig die Absurdität der Rollenklischees, aufgrund derer Männer und Frauen in der Arbeitswelt mit zweierlei Maß gemessen werden. Großartig illustriert mit witzigen Grafiken, Arbeitsblättern, Bullshit-Bingos, Verdienstabzeichen für männliche Allys und sogar „ein paar leere Seiten zum Kritzeln, während Männer Dinge erklären“. Am Ende jedes Kapitels wartet ein Fazit samt Übung, „bei der du dich anstrengen musst, weniger anstrengend zu sein“ auf die erhellte und gebeutelte Leserin.

Gleiche Aussage – unterschiedliche Wahrnehmung

Im Prinzip könnte man ja das gesamte Buch als Gender Mainstreaming Trainingsunterlage heranziehen. Ein paar Abbildungen eignen sich jedoch besonders – und zwar das Kapitel: „Wie du wie ein Mann sprichst, aber trotzdem als Frau wahrgenommen wirst“.

Ein kleiner Test gefällig? Dann ordnen Sie doch einfach die folgenden Eigenschaften (hier alphabetisch geordnet) der Sprecherin oder dem Sprecher zu: arrogant – emotional – konzentriert – leidenschaftlich – selbstbewusst – zickig.

Die Auflösung gibt’s im Buch oder auf Sarah Coopers Blog.

Fazit

Bleibt nur zu hoffen, dass möglichst wenige Männer dieses Buch lesen, damit sie unseren Erfolgsgeheimnissen nicht auf die Spur kommen! Sonst könnte sich ja die Gehaltsschere schneller schließen als gewünscht….!

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